Offshore das Fundament der Energiewende
windenergie agentur

Tatsache ist, dass der Haushaltsstrompreis von 13,94 Cent (2000) auf ca. 26,4 Cent (2012) gestiegen ist. Die darin enthaltene EEG-Umlage (für alle erneuerbaren Energieträger) stieg im gleichen Zeitraum von 0,2 Cent auf 3,59 Cent und beträgt 5,277 Cent ab 2013. Das überproportionale Ansteigen des Haushaltsstrompreises ist also weitgehend vom Anstieg der EEG-Umlage entkoppelt. Das Argument, erneuerbare Energien – und damit auch die Offshore-Windenergie – seien ursächlich für den Anstieg der Haushaltsstrompreise für die Endkunden verantwortlich, ist also nur vorgeschoben. Zudem wird der Strompreis in Zukunft auch ohne erneuerbare Energien steigen: Heute wird Strom teilweise in abgeschriebenen Kraftwerken erzeugt, woraus sich wiederum der niedrige Strompreis an der Börse ergibt. Dieser niedrige Preis stellt gegenwärtig kein Signal für den Neubau von konventionellen Kraftwerken dar. Investoren können bei dem aktuellen Preisniveau nicht damit rechnen, dass sich herkömmliche Anlagen, in die sie investieren, auch wirklich amortisieren. Die Stromkonzerne halten sich daher zurzeit mit Investitionen in konventionelle Kraftwerke zurück. Experten ist diese Sachlage als „Missing Money“-Problem bekannt. Der Strompreis würde daher auch ohne den Ausbau der erneuerbaren Energien steigen müssen, da sonst auch nicht in konventionelle Kraftwerke investiert werden würde. Der Neubau von konventionellen Kraftwerken (statt des Baus von erneuerbarer Energie-Kraftwerken, wie etwa Offshore-Windkraftwerke) führt somit auch zu steigenden Strompreisen.

Zu den bereits genannten Punkten ist noch zu ergänzen, dass die Stromkosten an der Börse nicht die gesamten volkswirtschaftlichen Kosten der Stromerzeugung abbilden. In der politischen Diskussion spielen die externen Kosten der Energieversorgung durch konventionelle Erzeugung eine große Rolle. Externe Kosten sind Kosten, die sich nicht in den Preisen niederschlagen, aber durch die Energienutzung an anderer Stelle entstehen und von der Gesellschaft getragen werden – zum Beispiel in Form von Wertminderungen, Schäden, Verlusten, gesundheitliche Beeinträchtigung oder eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten kommender Generationen. Die genaue Summenermittlung der externen Kosten ist methodisch schwierig und im konkreten Fall auch häufig strittig. Klar ist allerdings, dass die nicht in den Strompreisen enthaltenen externen Kosten der fossilen Stromerzeugung gesamtwirtschaftlich eine erhebliche Bedeutung haben. Die Berücksichtigung der externen Kosten würde die Kostenbilanz also maßgeblich zugunsten erneuerbarer Energien verschieben. Die Kosten sind oft nicht transparent, aber sehr real:

Summiert man alle externen Kosten für Kohle- und Atomstrom und legt diese auch auf die Verbraucher um, würde diese „Konventionelle-Energien-Umlage“ rund 10 Cent pro Kilowattstunde betragen. Für erneuerbare Energie zahlen die Verbraucher hingegen lediglich knapp über 5 Cent pro Kilowattstunde. Erneuerbare Energien sind also gar nicht die Preistreiber und heute schon günstiger als Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken. Das muss in der aktuellen Debatte ehrlich berücksichtigt werden.

Bei allen Prognosen ist vor allem eines wirklich sicher: Der „Rohstoff“ Wind wird immer kostenlos sein, während bei Kohle, Öl, Gas und Atomkraft keiner weiß, wie viel die Beschaffung der Rohstoffe in Zukunft kosten wird. Um genau diese Rohstoffe werden in manchen Regionen der Erde bereits heute Kriege geführt. Die derzeitige Importabhängigkeit von fossilen Energieträgern für die deutsche Energieversorgung beträgt bei Mineralöl rund 97 Prozent, bei Erdgas rund 83 Prozent und bei Steinkohle rund 61 Prozent. Es ist absehbar, dass sich die fossilen Brennstoffe Erdöl und Erdgas in Zukunft weiter verteuern werden. Bei Kernbrennstoffen beträgt die deutsche Importabhängigkeit übrigens 100 Prozent. In diesem Zusammenhang ist auch noch ein weiterer, die Weltpolitik betreffender, Aspekt zu nennen: Ein Großteil der für die fossile Energieproduktion notwendigen Rohstoffe stammt aus Ländern mit politisch instabilen, teilweise autoritären Systemen oder gar Diktaturen. Wenn in Zukunft weniger oder gar kein Geld mehr an diese Regime fließt, haben die Menschen bessere Chancen auf Selbstbestimmung und Demokratie.

Bleibt nur noch einmal zu erwähnen, dass wir in Deutschland mehr als genug kostenlosen Wind zur Verfügung haben.

Die erneuerbaren Energien – und somit auch die Offshore-Windenergie – sind nicht maßgeblich für den Anstieg der Haushaltsstrompreise für den Verbraucher verantwortlich. Der Strompreis entsteht aus verschiedenen Wirkungsgefügen, die für den Verbraucher nicht transparent kommuniziert werden.

 

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