Offshore das Fundament der Energiewende
windenergie agentur

Nein. Natürlich engagieren sich die „großen Vier“, E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW, auch in der Offshore-Windbranche (wie übrigens auch im Onshore-Bereich). Und da die Offshore-Windindustrie ein internationales Geschäft ist, gehören auch noch eine ganze Reihe ausländischer Stromkonzerne zu den Akteuren. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass die nationale Offshore- Windindustrie zu rund 80 Prozent sehr stark mittelständisch geprägt ist, was einen großen Vorteil für die deutsche Wirtschaft darstellt. Gerade kleinere und mittlere hochspezialisierte Firmen sind unternehmerisch sehr erfolgreich. Besonders im Zuliefererbereich sowie bei der Installation, dem Service und der Wartung bleibt der Mittelstand auch auf lange Sicht unverzichtbar.

Zu den Betreibern von Offshore-Windkraftwerken gehören auch Stadtwerke-Konsortien wie Trianel (ein Gemeinschaftsunternehmen von Stadtwerken, kommunalen und regionalen Versorgungsfirmen, das 1999 gegründet wurde). Beispielsweise hält vom Offshore-Windkraftwerk Baltic 1 EnBW eine Hälfte der Anteile, die andere Hälfte wird von 19 Stadtwerken gehalten. Die Energiewende – und mit ihr die Offshore-Windenergie – sorgt gewissermaßen für eine Renaissance der Stadtwerke.

Die Marktposition der großen Energieversorger hat sich währenddessen in den letzten Jahren geändert. Und auch intern wandeln sich die „großen Vier“ zusätzlich durch einen Generationsund Technologiewechsel hin zu einer jungen Mitarbeiterschaft, die moderne und erneuerbare Technologien der Energieversorgung nach und nach etabliert. Auch diese Entwicklung kommt der Offshore-Industrie zugute.

Von den 15 ct/kWh Einspeisevergütung verbleibt zudem nur ein sehr kleiner Teil bei den Offshore- Windkraftwerksbetreibern. Der größte Teil der Erlöse landet bei der deutschen Offshore- Industrie, deren Akteure zudem ihren Sitz nicht nur im Norden der Republik haben, sondern über ganz Deutschland verteilt sind. Die Projektrendite für einen Offshore-Windkraftwerkbetreiber liegt zwischen 8 und 9 Prozent (die genaue Rendite ist abhängig vom spezifischen Projekt). Diese wirkt zwar hoch, in Anbetracht des großen Risikos, das die Offshore-Betreiber mit den hohen Investitionen in eine innovative Technologie eingehen, ist die Rendite jedoch angemessen. Zudem gibt es für Investoren risikoärmere Investitionen in Infrastrukturprojekte die höhere Renditen erzielen. Offshore-Windenergie steht also im Wettbewerb mit anderen Investitionen – für die Energiewende insgesamt (nicht nur für die Offshore-Windenergie) brauchen wir die Finanzinvestoren.

Die Offshore-Windindustrie ist in Deutschland zu 80 Prozent mittelständisch geprägt. Weitere Akteure sind große Stromkonzerne und Stadtwerke.

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